Wissenswertes rund um die Taufe

„Sei herzlich willkommen, wie schön, dass es dich gibt!“ Das bringt die Taufe zum Ausdruck. Mit der Taufe wird Gottes Zusage deutlich: „Gott schaut dich immer liebevoll an, egal was kommt in deinem Leben. Es ist ganz und gar nicht selbstverständlich, dass es dich gibt. Du bist wertvoll und gewollt, so wie du bist.“ Gott heißt jedes Kind willkommen, auf seine individuelle Art und mit seinen Möglichkeiten. Durch die Taufe wird man Teil einer großen Glaubensgemeinschaft, der evangelischen Kirche.

Die Taufe: ein herzliches „Willkommen!“

Meist werden Babys und Kleinkinder getauft. Aber zu spät ist es nie, auch als Erwachsene*r kann man sich noch dazu entscheiden. Das „Willkommen“ bei der Kindertaufe nimmt übrigens nichts vorweg. Später, bei der Konfirmation, können die Jugendlichen selber ihr „Ja“ zum Glauben bekräftigen.

Bei der Taufe wird der Täufling beim Namen genannt und sein Kopf drei Mal leicht mit Wasser übergossen. Die oder der Taufende spricht dazu „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. So steht es im sogenannten Taufbefehl Jesu im Matthäusevangelium (Mt 28,19 ).

Die Taufe ist neben dem Abendmahl eines von zwei Sakramenten, die die evangelische Kirche kennt. Sakrament bedeutet so viel wie „Heilszeichen“ (lateinisch: sacramentum). Sinnliche Symbole wie das Taufen mit Wasser machen sichtbar, dass Gott dem Täufling nahe kommt. Wenn Protestant*innen die Sakramente feiern, machen sie damit deutlich, wie wichtig ihnen die Gemeinschaft untereinander und mit Jesus ist. (Übrigens: Die katholische Kirche kennt noch mehr Sakramente. Die Reformatoren, die die evangelische Kirche begründeten, erkannten aber nur Taufe und Abendmahl an, weil sie direkt auf Jesus zurückgehen.)

Kontakt

Wer sich oder sein Kind taufen lassen möchte, wendet sich am besten an den*die Pfarrer*in der eigenen Gemeinde. Wer das ist, steht zum Beispiel hier im Straßenverzeichnis. Ansonsten hilft auch ein Anruf im Haus der Kirche: 0208. 3003-0.

 

Symbole rund um die Taufe

Gottes Nähe lässt sich erspüren, aber nicht so einfach sehen, einige Symbole helfen dabei:

Wasser: Der Kopf des Täuflings wird dreimal mit Wasser benetzt. Wasser steht für neues Leben. Die ersten Christen wurden ein einem Fluss getauft und tauchten dann wieder auf als „neuer“ Mensch. Dieses Ritual geht zurück auf die biblische Erzählung von Johannes dem Täufer, der Jesus taufte.

Wort: Der Täufling wird beim Namen genannt – als Zusage, dass er eingeschrieben wird in das Buch des Lebens. Außerdem bekommt man einen Taufspruch. Dieses biblische Wort begleitet durch das Leben.

Kreuz: Dem Täufling wird ein Kreuzzeichen auf die Stirn gezeichnet. Das macht deutlich: „Du gehörst zu Jesus Christus!“

Taufkerze: Das Licht erleuchtet symbolisch den Weg des getauften Menschen mit Gott. „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8, 12), sagt Jesus. Die persönliche Taufkerze wird an der großen Osterkerze in der Kirche entzündet. Die Osterkerze erinnert daran, dass Jesus mit seiner Auferstehung der Welt das Licht gebracht hat. Die Taufkerze zeigt, dass für den Täufling immer ein Licht in der Dunkelheit leuchten wird und deutet an, dass auch ihm Auferstehung verheißen ist.

Segen: Wer getauft wird, wird gesegnet. Segen ist der Zuspruch Gottes, der den Täufling behütet und hält, egal was sein Leben bringt.

 

FAQ

Welches Alter ist das richtige?
Die Taufe ist immer möglich. Traditionell üblich ist in der evangelischen Kirche die Kindertaufe – aber selbstverständlich ist das nicht mehr. Immer häufiger werden Kinder zum Ende des ersten Lebensjahrs getauft – oder auch später, wenn sie die Taufhandlung selber nachvollziehen können. Für Jugendliche, die nicht getauft sind, aber konfirmiert werden möchten, gibt es oft eine Taufe im Rahmen der Konfirmand*innenarbeit.

Kann ich mein Kind auch taufen lassen, wenn ich selber kein Kirchenmitglied bin?
In der Regel ist es so: Ein Kind kann evangelisch getauft werden, wenn wenigstens ein Elternteil der evangelischen Kirche angehört. Es sind nach Rücksprache mit der Pfarrerin bzw. dem Pfarrer besondere Ausnahmen möglich, das Presbyterium, die Gemeindeleitung, muss diese Ausnahme genehmigen.

Muss ich mich erneut taufen lassen, wenn ich die Konfession wechsle oder wieder eintrete?
Die Taufe ist im Verständnis aller christlichen Kirchen etwas Einmaliges und wird daher nicht wiederholt. Bei einem Wiedereintritt in die evangelische Kirche oder bei einem Übertritt aus der römisch-katholischen Kirche wird nicht noch einmal getauft.

Gibt es eine ökumenische Taufe?
Nein. Da die Taufe zugleich die Aufnahme in eine konkrete Gemeinschaft ist, erfolgt sie immer innerhalb einer Konfession, das heißt entweder in die evangelische oder katholische Kirche. Die Taufe ist ein von evangelischer und katholischer Kirche anerkanntes Sakrament.

Können wir gleichzeitig kirchlich heiraten und unser Kind taufen lassen?
Das können Sie. Für einen solchen Gottesdienst haben sich inzwischen eigene Formen entwickelt. Sprechen Sie mit Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer!

Was hat es mit den Pat*innen auf sich?
In der Regel werden zwei Taufpat*innen benannt. Alle, die Mitglied der evangelischen Kirche, konfirmiert und mindestens 14 Jahre alt sind, können Pat*innen werden.
Patinnen und Paten sollen Vorbilder im Glauben sein und dem Kind zur Seite stehen. Gemeinsam mit den Eltern versprechen sie im Taufgottesdienst, für die christliche Erziehung des Kindes zu sorgen. Da kleine Kinder sich nicht selbst für ihre Taufe entscheiden können, haben Eltern und Pat*innen die Aufgabe, dem Kind vom Glauben an Gott zu erzählen. So kann das Kind lernen, warum es getauft wurde und kann dann entscheiden, ob es konfirmiert werden möchte
Bei einer evangelischen Taufe können auch Katholik*innen, Orthodoxe und Mitglieder anderer in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) vertretenen Kirchen als Pat*innen benannt werden. Sie müssen eine Patenbescheinigung vorlegen, die von ihrem jeweiligen Pfarramt ausgestellt wird. Evangelische Patinnen und Paten aus Mülheim bekommen ihre Patenbescheinigung beim Kirchenkreis An der Ruhr (meldewesen@kirche-muelheim.de, Telefon 0208. 3003.130).
Wer keiner christlichen Kirche (mehr) angehört, kann nicht Taufpate werden.

Auch eine Taufe ohne Pat*innen kann möglich sein, bitte besprechen Sie das mit ihrer Pfarrerin / Ihrem Pfarrer.

In welcher Gemeinde wird man getauft?
In der Regel dort, wo man auch wohnt, schließlich wird man mit der Taufe in die Gemeinschaft aufgenommen. Für Ausnahmen ist ein sogenanntes Dimissoriale, die Einwilligung der Heimatgemeinde, notwendig. Sie wird vom Gemeindebüro ausgestellt. Die meisten Gemeinden haben eine bestimmte Taufpraxis, oft gibt es regelmäßige Termine für Taufgottesdienste.

Braucht man ein Taufkleid?
Für die Taufe gibt es keine Kleidervorschriften. In manchen Familien ist es aber Tradition, dem Baby ein weißes Taufkleid anzuziehen. Das festliche, meist weiße Taufkleid erinnert an den alten christlichen Brauch, den Neugetauften in der Osternacht ein weißes Gewand als Symbol des ewigen Lebens überzuziehen. Es sollte daran erinnern, dass sie mit der Taufe mündige Christ*innen waren und Christus „wie ein Gewand“ angezogen hatten (Gal 3,27 ).

Was kostet eine Taufe?
Für Kirchenmitglieder ist eine Taufe in ihrer Gemeinde kostenfrei. Wie „groß“ im Anschluss gefeiert wird, kann jede Familie für sich entscheiden. Manche entschließen sich auch zu einem Picknick im Freien statt einer förmlichen Feier. Manchmal stellen Gemeinden ihren Tauffamilien auch Räume zur Verfügung, hier kann eine Mietgebühr anfallen.

Welche Unterlagen sind für eine Taufe notwendig?
In der Regel müssen Stammbuch, Geburtsbescheinigung des Täuflings und die Taufpatenbescheinigungen bei der Anmeldung zum Taufgespräch vorgelegt werden.

Kann ich mein Kind in einen kirchlichen Kindergarten schicken, wenn es nicht getauft ist?
Konfessionell gebundene Kindergärten nehmen oftmals auch ungetaufte Kinder auf. Sie als Eltern müssen aber damit einverstanden sein, dass Ihr Kind christliche Glaubensinhalte kennen lernt.

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