Hoffnungspreis 2014 für die Grünen Damen

Preisverleihung an die Grünen Damen
Preisverleihung an die Grünen Damen – Ingeborg Hufschmidt nahm den Preis entgegen.

Sie bringen mehr Lebensqualität in den Alltag Pflegebedürftiger – dafür erhielten die Grünen Damen von „Haus Ruhrgarten“ den Hoffnungspreis 2014 des Kirchenkreises An der Ruhr.

Die Grünen Damen des „Haus Ruhrgarten“ erhielten beim Neujahrsempfang des Kirchenkreises An der Ruhr den traditionell vergebenen Hoffnungspreis. „Wer in die aufreibenden Prozesse der Pflege eingebunden ist, leidet oft selbst darunter, dass er den Senioren nicht das geben kann, was er gerne geben möchte“, sagte Superintendent Helmut Hitzbleck in seiner Laudatio. Für die Würde und Lebensqualität Pflegender und Pflegebedürftiger setzen sich die Unterzeichner der „Mülheimer Erklärung zur Ethik in der Pflege“ ein. Die Kreissynode hatte sich im November mit der Erklärung solidarisch erklärt. „Da liegt es nahe, dass wir diejenigen, die sich genau für diese Ziele einsetzen, nun ehren möchten“, erklärte Superintendent Hitzbleck und übergab den symbolischen Hahn und ein Preisgeld von 1500 Euro an die zehn anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Grünen Damen und Herren des Seniorenheimes.

„Mit diesem Preis werden wir die Arbeit mit noch größerer Motivation fortsetzen“, bedankte sich Ingeborg Hufschmidt, ehrenamtliche Koordinatorin des Teams, stellvertretend für die ganze Gruppe. Sie ist seit 30 Jahren ehrenamtlich im Haus Ruhrgarten aktiv. „Wir Grünen Damen haben etwas, was die Pflegekräfte nicht haben. Wir haben Zeit zu verschenken“. Dafür erfahren sie viel Dankbarkeit der Bewohnerinnen und Bewohner: „Man bekommt fast mehr zurück als man gibt“, so Ingeborg Hufschmidt.

30 Grüne Damen und zwei Grüne Herren gibt es im Mülheimer Haus Ruhrgarten, ihre Aufgaben sind so verschieden wie ihre eigenen Neigungen und Interessen und die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner. Viele der Grünen Damen begleiten Bewohner, nehmen sich individuell Zeit für sie – zum Reden und Zuhören, spazieren oder vorlesen. Andere leiten Gruppenangebote wie eine regelmäßige Zeitungsrunde, Singkreise oder Handarbeitsgruppen. Aufgaben in der Pflege gehören nicht dazu. „Die Grünen Damen sorgen für Lebensqualität über die jeweiligen Grundbedürfnisse hinaus“, erklärt Christoph Happe, Sozialarbeiter vom Sozialen Dienst des Seniorenheims. „Damit sind sie eine Unterstützung, die wir nicht mehr missen möchten.“

„Gäbe es in einem Altenheim mit profiliertestem Leitungsteam und erstklassiger Pflege keine Grünen Damen, so wäre es ein armes Altenheim“, so war es schon im vor 14 Jahren im Jahrbuch der Stadt Mülheim zu lesen. Und die Tradition der Grünen Damen im Haus Ruhrgarten reicht noch deutlich weiter zurück. 1975, nur ein Jahr nach der Gründung der Einrichtung, nahmen die ersten der freiwilligen Helferinnen ihren Dienst auf. „Dabei hat das Haus Ruhrgarten durchaus von einem glücklichen Zufall profitiert“, berichtet Christoph Happe. Per Anzeige hatte das Evangelische Krankenhaus stadtweit nach Interessentinnen für das Ehrenamt gesucht. Und dann meldeten sich so viele, dass sie gar nicht auf einmal eingesetzt werden konnten. „Ein paar nahmen die Sache dann in die eigenen Hand und sagten, ,da gibt es doch auch ein Altenheim‘“.

Neue Interessenten und Interessenten sind auch heute noch herzlich willkommen. „Unser Wunschtraum wäre es, dass in jedem Wohnbereich an jedem Vor- und Nachmittag jeweils eine Grüne Dame ansprechbar sein könnte“, sagt Christoph Happe. Wer einmal in die Aufgaben hineinschnuppern möchte, ist zu einem Kennenlernen jederzeit willkommen (Kontakt: Telefon 9951312). Etwa einen Vor- oder Nachmittag in der Woche sollte man als Zeitbudget mitbringen. „Kontinuität und Verlässlichkeit sind im Sinne unserer Bewohner sehr wichtig“, erklärt Sozialarbeiter Happe. Er sorgt dafür, dass niemand beim Start in das neue Ehrenamt allein gelassen wird. Für alle Grünen Damen und Herren gibt es neben gemeinsamen Fortbildungen auch Treffen zum Austausch untereinander.

Das Haus Ruhrgarten wird im kommenden Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiern. Seit seiner Gründung 1974 befindet sich die Evangelische Altenhilfe Mülheim an der Ruhr gGmbH in Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinden Mülheims.

Den Hoffnungspreis verleiht der Kirchenkreis An der Ruhr seit 1999 jeweils zu seinem Neujahrsempfang zu Beginn des neuen Kirchenjahres. Der Preis ist mit 1500 Euro dotiert. Verliehen wird stets auch der metallene Hahn als Symbol für praktizierte Wachsamkeit.

(Archivtext aus 2014)

  • Annika Lante

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