Die Ehrenamtlichen des stationären und des ambulanten Hospizes wurden beim ökumenischen Neujahrsempfang mit dem Hoffnungspreis ausgezeichnet. In seinen Dankesworten gibt Jörg Döring aus dem ehrenamtlichen Team Einblick in die ehrenamtliche Arbeit im Hospiz – und in Momente der Dankbarkeit, die alle dort erleben.
Sehr geehrte Damen und Herren der ökumenischen Jury, sehr geehrte Vertreter der Kirchen, liebe Wegbegleiter, liebe Familienmitglieder und Freunde ,
Im Namen unseres gesamten Teams der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hospizes möchte ich mich von Herzen für diese Anerkennung bedanken. Der ökumenische Hoffnungspreis ist nicht nur eine Auszeichnung, er ist eine tief empfundene Wertschätzung für eine Arbeit, die oft im Stillen geschieht: die Begleitung von Menschen am Ende ihres Lebens.
Wir stehen hier heute, weil die Hospizarbeit die Kraft des Daseins in den Mittelpunkt stellt.
Wir Ehrenamtler schenken das Wertvollste, was ein Mensch geben kann: Zeit, ein offenes Ohr und unsere ganze Menschlichkeit.
Tatsächlich besteht unsere Aufgabe oft darin, genau das möglich zu machen, was unmöglich erscheint – das Leben bis zum Schluss zu ehren.
Ich erinnere mich an den glücklichen Augenblick einer unserer Gästinnen. Es war ihr letzter, innigster Wunsch, den Geburtstag ihrer geliebten Enkelin noch einmal mitzuerleben.
Wir haben das Feiern zu uns ins Hospiz geholt.
Und, wie schön war es, das glückliche Gesicht dieser Dame, als sie inmitten ihrer Familie sein, lachen und mitfeiern konnte.
Es war, als hätte sie auf diesen Moment gewartet.
Sie ging am nächsten Morgen, erfüllt und in Frieden.
Dieses glückliche Gesicht , dieser erfüllte letzte Wunsch – das ist die wahre Belohnung und der tiefe Sinn unserer Arbeit.
Wir halten Hände, wenn alle Worte fehlen, spielen, lesen Geschichten, lassen die Musik erklingen, bringen Freude mit unseren vierbeinigen Freunden oder sitzen einfach da und vertreiben die Angst.
Wir sehen nicht nur das Ende sondern den noch verbleibenden Teil des Lebens.
Wir helfen, diesen Teil mit Würde, Trost und, ja auch mit Freude zu füllen, getreu unserem Hospiz Motto: Was willst Du, dass ich für Dich tun soll?

Dieser Preis gehört allen Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtlern im Hospiz, die mit Mut und Hingabe ihre Herzen öffnen.
Dass dieser Preis ökumenisch ist, ist für uns von besonderer Bedeutung. Der Dienst am Nächsten kennt keine Konfession.
In unserer Hospizarbeit erleben wir täglich, wie wichtig der Zusammenhalt der Stadtgemeinschaft ist.
Wir alle teilen die tiefste menschliche Erfahrung: die Endlichkeit.
Die Kirchen mit ihrer langen Tradition der Nächstenliebe und Fürsorge sind ein fester Anker für unsere Arbeit.
Mit diesem Preis senden Sie ein klares Zeichen der Solidarität.
Wir danken dem evangelischen Kirchenkreis und dem katholischen Stadtdekanat für die Stärkung der Botschaft: Hoffnung entsteht, wo Menschen füreinander da sind – unabhängig von ihrem Hintergrund.
Das Ehrenamt in der Hospizarbeit ist oft eine Aufgabe, die so viel zurückgibt.
Die Offenheit, Dankbarkeit und die kleinen Momente des Humors, die wir von unseren Gästen und ihren Angehörigen empfangen, sind ein unschätzbares Geschenk.
Wir nehmen diesen Preis als Auftrag an: wir werden uns weiter engagieren damit das Sterben in unserer Gesellschaft sichtbarer und würdiger wird, für Geborgenheit und Menschlichkeit.
Vielen Dank für die große Ehre. Dieser Preis bekräftigt uns im Wissen, dass unsere Arbeit gebraucht und wertgeschätzt wird.
Somit ist er für uns eine Quelle der Hoffnung.

- Annika Lante
- Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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