Pressemitteilung

"Ein wenig Liebe" rund um die Dorfkirche

  • 14.05.2019
"Eine Allegorie auf die Liebe" von Vanessa Hötger (Düsseldorfer Straße / Quellenstraße)

Der Themenvorschlag, eingebracht von einem der Künstler, sorgte zunächst für produktive Reibung im Veranstalterteam. „Was soll das sein, ein wenig Liebe?“, fragte auch Anne Maria Peters, die sich nach einiger Zeit wieder mit einem eigenen Beitrag an der Saarner Ausstellung beteiligt. „Für mich gibt es keine ,schönen Grüße‘, keinen ,dicken Küsse‘. Für mich gibt’s Liebe nur ganz oder gar nicht“, findet die Mülheimer Künstlerin. Auch Pfarrer Pfeiffer, der das von der Kirchengemeinde Broich-Saarn mitinitiierte Kunstprojekt betreut, gesteht, dass seine Sympathie für das diesjährige Ausstellungsmotto durchaus erst wachsen musste. „Aber die Künstler sahen es als Aufgabe der Kirche an, den Wert der Liebe hochzuhalten.“ Und dem konnte Pfarrer Pfeiffer sich nicht entziehen: „Gerade in der post-modernen und kapitalistischen Welt ist die Liebe doch oft das, was fehlt oder der Welt verloren geht.“

Mit der Liebe in modernen Zeiten setzen sich auch einige der beteiligten Kreativen auseinander. Karin Dörre malt ihre Liebesgöttin in Tusche und Öl als Individualität erlaubenden Gegenpol zur Liebe im Zeitalter von Datingapps und Virtual Reality. Bei Helmut Koch ist die Technik, sein Acrylbild sieht aus wie ein Mosaik, (scheinbar) klassisch, das Motiv aber ganz modern: „Selfienismus“ heißt sein in Rot- und Grautönen gehaltenes Bild eines modernen Menschen, der sich selber das Handy wie einen Spiegel vorhält. Der Titel des Bildes, so erklärt er, ist ein durchaus kritisch gemeintes Kunstwort, gebildet aus „Selfie“ und „Narzissmus“.