Pressemitteilung

DioMio: Mit Mut das Gemeindeleben umkrempeln

  • 06.03.2026

„Man muss den Mut mitbringen, zu scheitern und man muss auch mal Prügel kassieren wollen“, so erklärt Pfarrer David Grüntjens im Mülheimer Haus der Kirche den Mut, den es braucht, um Kirche von innen zu verändern. „Mut!“ heißt die neue Themenreihe des Kirchenkreises An der Ruhr. Gäste zum Auftakt waren Diakonin Michelle Engels und Pfarrer David Grüntjens, bekannt durch ihren Instagram-Account @diokirche_krefeld . Weitere Termine der Reihe siehe unten.

Per Social Media berichten Michelle Engel und David Grüntjens auf Instagram als „Frengels“ und „Chef“ aus ihrer Krefelder Gemeinde. „Wir machen das hier anders“, war ihr Vorsatz, als sie 2019 ihren Dienst in der Krefelder Citykirche St. Dionysius antraten. Nun freuen sie sich nicht nur über volles Haus in den Messen, dem Duo folgen auch über 100.000 Accounts allein auf Instagram. „Wir haben einfach angefangen“, erinnert sich David Grüntjens im Mülheimer Haus der Kirche an den Start des Projekts. „Wir sind nicht erst mit einem Konzept durch Gremien getingelt. Haben auch nicht überlegt, was wir jetzt aufschreiben müssen, um Förderbedingungen zu genügen.“ Aus dem „einfach anfangen“ wurden dann neben dem Instagram Account ein weiterer auf Tiktok und zusätzlich der Podcast „Frengels & Chef“. Schließlich fragte der Kösel Verlag an und das Socialmedia-Projekt landete im Buchhandel, erhältlich unter dem Titel „Dio mio!: Wenn Kirche Spaß macht, entsteht ein Ort der Begeisterung“.

Einige Kapitel des Buches stellten „Frengels“ und „Chef“ in Mülheim vor. Jedes davon ist mit einem Bibelvers überschrieben. „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten“, mit diesem österlichen Satz aus der Auferstehungsgeschichte im Lukasevangelium steigt David Grüntjens in den Abend ein: „Ich hoffe, dass ich es merke, wenn ich einmal vor den Gräbern meiner Pläne und Wünsche stehen bleibe.“ Und auf die Kirchenentwicklung bezogen: „Wir müssen lernen, Dinge sterben zu lassen – und dem hinterhergehen, wo Leben drin steckt.“

Michelle Engel und David Grüntjens im Mülheimer Haus der Ev. Kirche.

 

Wie das gelingen kann, das illustrierte das Krefelder Duo mit Beispielen aus dem Buch und nah am Gemeindeleben.
Kein Selbstmitleid! So der erste Tipp. „Niemand setzt sich gern an einen Tisch mit den Griesgrämen, wenn vom Nachbartisch fröhliches Lachen herüberschallt“.
Das Ehrenamt schätzen! Vermeintlich selbstverständlich? Michelle Engel hat dem ein ganzes Buchkapitel gewidmet. „Wenn die Ehrenamtler aus der Kochgruppe die Töpfe ständig selber von zu Hause mitbringen, muss man sich nicht wundern, wenn die bald keine Lust mehr haben.“ Lächelndes Nicken in den Zuschauerreihen. Viele, die ins Haus der Kirche gekommen waren, sind selbst ehrenamtlich aktiv. Zu Akzeptanz riet die Diakonin allen, die den Zeiten hinterhertrauern, als sich Kommunion-Eltern selbstverständlich über Jahre hinweg weiter engagierten. „Menschen bringen sich heute eher punktuell ein, und das ist okay.“

Öffentlichkeitsarbeit, die Menschen merken lässt „Es gibt sie, die offene Kirche, die Menschen willkommen heißt“, benannte Diakonin Engels als weiteren Baustein für eine Kirche in Veränderung. „Öffentlichkeitsarbeit ist keine Randbeschäftigung, sondern eine Form der Verkündigung.“ Und die müsse aktuell und zeitgemäß sein „Menschen merken es, wenn man die Plakate von vor fünf Jahren wieder hinhängt.“ Die digitalen Kanäle seien kein Gegensatz zum Gemeindeleben. „In ihrer Freizeit sind die Menschen am scrollen, scrollen, scrollen. Deswegen müssen wir auch dort präsent sein.“

 

Teamplay sei ein weiterer Schlüssel zum Erfolg, so David Grüntjens. „Und zwar nicht als Ansammlung von Eigenbrötlern, die nebeneinander herwerkeln, sondern als Gruppe, die eine Vision entwickelt, auf die sie hinarbeitet.“ Grüntjens Vision: „Gott feiern, Gemeinschaft leben.“ Dafür gab’s vom Mülheimer Publikum spontanen Applaus. „Klare Kante zeigen, und Angebote profilieren“, dazu riet der Krefelder Kirchen-Influencer. „Wischiwaschi kommt nicht gut an.“

 

Mut!-Veranstaltungsreihe: die nächsten Termine

Der Abend mit der Krefelder Duo ist Teil der „Mut!“ Veranstaltungsreihe des Kirchenkreises. Infos unter: https://kirche-muelheim.de/mut-2026/

Weitere Termine:

  • Montag, 23. März: Jonas Goebel
  • Dienstag, 14. April: Natascha Sagorski
  • Donnerstag, 23. April: Gilda Sahebi.