Hoffnungspreis 2010 für die Initiative Tschernobyl Kinder

Hoffnungspreis für die Initiative Tschernobyl-Kinder
Preisverleihung an die Initiative Tschernobyl-Kinder: Die Preisträger Manfred und Maria-Luise Rixecker sowie Horst und Dagmar van Emmerich mit Superintendent Helmut Hitzbleck.

Der Hoffnungspreis des Kirchenkreises An der Ruhr 2010 geht an die Mülheimer Initiative Tschernobyl-Kinder.

„Der Evangelische Kirchenkreis An der Ruhr würdigt mit dieser Verleihung einen Personenkreis, der mit seinem Engagement einen persönlichen Beitrag zur Verständigung zwischen West- und Osteuropa leistet“, sagte Superintendent Helmut Hitzbleck in seiner Laudatio bei der Preisverleihung während des Neujahrsempfangs im Mülheimer Haus der Kirche. „Die Initiative Tschernobyl-Kinder e.V. zeigt beispielhaft und ermutigend, wie kleine Schritte auf dem Weg zu Frieden, Gerechtigkeit und zur Bewahrung der Schöpfung erfolgreich gegangen werden können“, heißt es in der verliehenen Urkunde.

Die Initiative Tschernobyl-Kinder lädt seit 1992 Mädchen und Jungen aus dem vom Reaktorunglück betroffenen Gebiet zu Erholungsaufenthalten ein, schickt Hilfstransporte auf den Weg und setzt sich mit Jugendworkshops und Kulturprojekten für Verständigung und Austausch mit Weißrussland ein. Vielen Mülheimerinnen und Mülheimern ist die Initiative auch durch ihr Ladenlokal an der Bachstraße bekannt. Dort verkauft der Verein Trödel und Raritäten, um seine Arbeit zu finanzieren.

Dagmar van Emmerich, Vorsitzende der Initiative Tschernobyl-Kinder, gab den Dank für die Ehrung gleich weiter: „Dass dies so gelingen konnte, hat nicht zuletzt damit zu tun, dass so viele Menschen in Mülheim unser Anliegen mittragen – und dass mittlerweile über 1500 weißrussische Kinder in ihren Ferienaufenthalten hier die Herzen zahlreicher Mülheimer gewinnen konnten.“ Die Kooperation mit den weißrussischen Partnern sei wegen der politischen Verhältnisse in Belarus nicht immer einfach, sagte Dagmar van Emmerich. Aber in den einzelnen Projekten treffe der Verein immer wieder auf „Partner, die unsere Hilfe nicht nur annehmen, sondern auch bereit sind, sich mit uns auf Augenhöhe auseinanderzusetzen.“ Verständigung und Austausch mit den Menschen aus einem Land im Transformationsprozess ist der Mülheimer Tschernobylinitiative ein wichtiges Ziel.

Wenn sich im kommenden Jahr die Tschernobyl-Katastrophe zum 25. Mal jährt, wird die Initiative sich mit einer Ausstellung „Liquidatoren – vergessene Retter Europas“ im Haus der Kirche (Altenhof) präsentieren. Ausstellungszeitraum ist der 20. bis 27. März 2011. Als Liquidatoren wurden diejenigen bezeichnet, die unmittelbar nach der Kernschmelze am hochverstrahlten Unglücksort Aufräum- und Rettungsdienste leisteten.

Den Hoffnungspreis verleiht der Kirchenkreis An der Ruhr seit 1999 jeweils zu seinem Neujahrsempfang zu Beginn des neuen Kirchenjahres am 1. Advent. Der Preis ist mit 1500 Euro dotiert. Verliehen wird stets auch der metallene Hahn, gefertigt in den Werkstätten der Mülheimer Rembergschule, als Symbol für praktizierte Wachsamkeit.

(Archivtext aus 2010)

  • Annika Lante

Ähnliche Artikel

Der Hahn steht symbolisch für den Hoffnungspreis

Hoffnungspreis

weiterlesen