„Der 7. Oktober mahnt uns: Erinnern heißt widersprechen“

Im Wortlaut: Präses Dr. Thorsten Latzel zum Jahrestag des Hamas-Angriffs

  • Nr. 69/2026
  • 06.10.2026

Düsseldorf. Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, äußert sich zum dritten Jahrestag des Terrorangriffs der Hamas auf Israel wie folgt:

„Der 7. Oktober 2023, das menschenverachtende Massaker der Hamas, ist nicht nur für Israel, sondern auch für Jüdinnen und Juden in Deutschland bis heute ein tiefes Trauma.

Umso erschütternder ist es, wenn sie für die Politik der israelischen Regierung verantwortlich gemacht, wenn sie beschimpft oder angegriffen werden. Ich denke etwa an den Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal oder an den brutalen Angriff auf einen jüdischen Mitbürger auf offener Straße vor Kurzem in Düsseldorf. Unerträglich!

Um das klar zu sagen: Jüdisches Leben gehört unauflöslich zu Deutschland und darf von niemandem infrage gestellt werden. Nicht von rechts, nicht von links, nicht aus religiösen Gründen. Einfach gar nicht!

Und: Menschenrechte sind unteilbar. Sie gelten für alle Menschen, egal, wo sie leben. Ob in Israel, im Gaza-Streifen oder im Westjordanland. Menschenrechtsverletzungen sind nie zu rechtfertigen, gegenüber niemandem.

Der 7. Oktober mahnt uns: Erinnern heißt widersprechen. Und dem Hass widersprechen heißt, für das Leben einzustehen, das Gott allen Menschen geschenkt hat.“

 

Stichwort: Christlich-jüdischer Dialog

Die Erneuerung des Verhältnisses zum Judentum und die Förderung des christlich-jüdischen Gesprächs gehören zu den grundlegenden Aufgaben der Evangelischen Kirche im Rheinland. In der Kirchenordnung heißt es: Die rheinische Kirche „bezeugt die Treue Gottes, der an der Erwählung seines Volkes Israel festhält“, und sie „fördert das christlich-jüdische Gespräch“.

  • Red.
  • EKiR/Dominik Asbach