Seit 16 Jahren Jugendleiter, jetzt auch Prädikant: In einem feierlichen Gottesdienst in der Johanniskirche wurde Simon Sandmann, Jugendmitarbeiter des Kirchenkreises An der Ruhr, von Superintendent Michael Manz zum Prädikanten ordiniert. Als Prädikant wird er nun gelegentlich Gottesdienste halten und ist auch dazu berechtigt, Taufen, Trauungen oder Beerdigungen zu übernehmen. Über das, was ihn dabei antreibt, berichtet Simon Sandmann im Kurzinterview.
Du bist schon lange bei Kirche aktiv – warum hast du dich jetzt zur Prädikantenausbildung entscheiden?
Ich habe lange gedacht, dass das für mich nicht in Frage kommt. Mit der Zeit habe ich aber mehr und mehr gemerkt, dass es mir Spaß macht, Gottesdienste zu gestalten und dass ich auch etwas zu sagen habe, dass ich predigen möchte. Ich komme ja aus der Jugendarbeit und bin jetzt gerne so etwas wie ein liturgischer Ansprechpartner für Jugendliche und junge Erwachsene. Im Laufe der Zeit habe ich viele Menschen kennengelernt und es ist toll, sie auch in Kasualien zu begleiten.
Was hast du in der Ausbildung dazugelernt?
Da bin ich ziemlich unvorbereitet reingegangen – und habe schließlich ein neu überdachtes Bild der Gottesdienstgestaltung mitgenommen. Ich bin jetzt nicht unbedingt frommer geworden, aber ich nehme die einzelnen Elemente eines Gottesdienstes viel bewusster wahr.
Würdest du nun Dinge im Gottesdienst anders machen?
Mir ist klar geworden, wie sehr ich eigentlich die klassische Liturgie schätze. In der Gemeinde haben wir beispielsweise beim Goria eine etwas kürzere Fassung gewählt – da fehlt mir jetzt etwas. In der Ausbildung haben wir uns einige Gedanken um die Reihenfolge Votum und Begrüßung zum Beginn des Gottesdienstes gemacht. Jetzt kann ich sagen: Das Votum gehört für mich klar an den Anfang, so wie der Segen an den Schluss gehört.
Welches wird dein nächster Gottesdienst sein nach der Ordination?
Ich freue mich schon sehr auf den Gottesdienst zum Christopher Street Day, den ich gemeinsam mit Pfarrer Yannick Barnekow aus Moers halte. Als Kirche sollten wir deutlich Farbe bekennen, am besten Regenbogen-Farbe.

