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für den 14.12.2018

Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HERRN!

Psalm 113,3

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Begleitet durch die Adventszeit: der Adventskranz. Begleitet durch die Adventszeit: der Adventskranz.

Advent

Denn Warten macht glücklich

Nicht die Erfüllung unserer Träume verleiht unserem Leben Sinn, sondern die Sehnsucht und das Warten auf Glück: Ein Advents-Interview mit dem Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, dem Theologen Christoph Pistorius.

Vizepräses Christoph Pistorius Vizepräses Christoph Pistorius

Ist Warten einfach nur nervig?

Ja, wenn wieder einmal die Straßenbahn nicht kommt oder ich im Stau stehe und nach Hause will. Und manchmal bin ich auch genervt, wenn Arbeitsprozesse nicht vorankommen. Warten ganz allgemein im Alltag empfinden wir oft als anstrengend. Aber durch den Niederländer Coen Simon, den neuen Star am Philosophenhimmel, bin ich nachdenklich geworden. Er sagt: „Warten macht glücklich“.

Wie das?

Ausgangspunkt ist der Gedanke: Nicht die Erfüllung unserer Träume verleiht unserer Existenz Sinn, sondern die Sehnsucht und das Warten auf Glück. Anders gesagt: Das Warten und die Sehnsucht sind Wesensvollzug des Menschseins. Wir sollten also an unseren Sehnsüchten festhalten. Beispielsweise der Sehnsucht nach Gemeinschaft. Oder nach Veränderung. Oder nach Sinn. Das macht uns glücklich.

Und wie kommt nun beim Warten Gott ins Spiel?

Der Advent ist die Zeit der Erwartung oder des Wartens. Wir Christinnen und Christen warten und erwarten die Ankunft von Gottes Sohn. Und das tun wir mit großer Vorfreude. Eine besondere unserer Sehnsüchte ist die nach Zuhause – und dorthin gehört auch unser Glaube an Gott. Das zeigt sich schon daran, dass wir Gott mit Bildern von Vater und Mutter beschreiben. Auch die Texte der Bibel wecken in uns das Warten und die Sehnsucht. Das Warten hat für uns Christinnen und Christen einen Bezugspunkt: die Wiederkunft Christi. Jetzt im Advent geht es genau darum: Wir erwarten voller Vorfreude die Ankunft von Gottes Sohn.

Dass Warten glücklich macht, ist im Advent vor allem in glücklichen Kindergesichtern zu sehen?

Ich glaube tatsächlich, dass die Adventszeit als eine Zeit des Wartens und Erwartens viel zu tun hat mit schönen Erfahrungen in Kindertagen. Mit Erlebnissen, die viele Menschen als Kinder in der Adventszeit und beim Weihnachtsfest gemacht haben. Erinnerungen an festliche Essen mit Eltern, Großeltern und Geschwistern. Und natürlich die Vorfreude bei allen Geheimnissen rund um das Schenken und Beschenkt werden.

Das gilt gleichermaßen für Weihnachten?

Auch Weihnachten: Unsere Sehnsucht wird gespeist aus schönen Erinnerungen aus unserer Kindheit. Deshalb überfällt uns ein Schaudern und eine Gänsehaut, wenn aus vielen Kehlen in der Christvesper das „O du fröhliche“ oder das „Stille Nacht“ ertönt. Die Erwartungen sind hoch, dass es doch noch einmal so schön wird wie früher. Die Sehnsucht nach Glück und Geborgenheit. Und deshalb setzen wir uns unter großen Druck, es Weihnachten schön zu machen.

Weil nicht alles wirklich schön ist.

Wir leben unser Leben in einer Welt, die uns umgibt mit Krieg und Streit, mit Unrecht und Ungerechtigkeit, mit Sorgen um die Zukunft der Welt. Und da wünscht man sich sehr, dass die Völker und Religionen endlich in Frieden miteinander lebten. Und dass die Menschheit sich nicht immer wieder aufteilte in arm und reich, in schwarz und weiß, in Mann und Frau, sondern dass alle Menschen gemeinsam am Tisch sitzen und die Güter und Gaben selbstverständlich miteinander teilen.

Advent und Weihnachten rufen in uns die Sehnsucht auf Frieden wach?

Nach Frieden und Gerechtigkeit. „Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, nach dir, dich zu sehen, dir nah zu sein. Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück, nach Liebe, wie nur du sie gibst. Um Frieden, um Freiheit …“, so singen wir oft. Zu  Weihnachten erzählen wir deshalb diese Geschichte, dass Gott selbst in diese Welt kommt. Und der Chor der Engel singt: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden“. Wir erzählen uns die Geschichte, dass Jesus geboren wurde. Dieser Jesus, der die Friedensstifter selig geheißen hat. Und der in Bergpredigt sagt: „Selig sind die, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit.“ Die Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit macht mein Leben hoffnungsfroh.

 

 

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ekir.de / neu / 11.12.2018



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